Der Kreistag möge beschließen:
1. Zur Erinnerung an das Vertriebenenlager in Bischofswerda wird ein Gedenkstein auf dem Grundstück „Neustädter Straße Ecke Putzkauer Straße“ (Flurstücksnummer: 1726) errichtet. Der Gedenkstein soll die Inschrift
„Nach Kriegsende 1945 wurden mehr als 50.000 vertriebene Deutsche in Baracken an der Putzkauer Straße untergebracht. Bischofswerda stand für sie am Anfang eines neuen Lebens, fern ihrer Heimat.“
tragen.
2. Der Landrat wird beauftragt, mit der ENSO Energie Sachsen Ost AG als Eigentümerin des Grundstücks in Verhandlungen zu treten, um die notwendige Zustimmung zur Errichtung des Gedenksteines zu erlangen. Mit Ausnahme der Inschrift ist der Landrat hinsichtlich der sonstigen Gestaltungsmerkmale des Gedenksteines, insbesondere Ausmaß und Material, an keine Vorgaben gebunden. Er kann diese zum Gegenstand der Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer machen.
3. Der Landrat unterrichtet den Kreistag zeitnah über das Ergebnis der Verhandlungen.
Begründung:
Eine politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Leid der Heimatvertriebenen, vor allem aber auch mit der Leistung dieser Menschen am Wiederaufbau hat bisher im Landkreis nicht stattgefunden. Dabei ist auch die Geschichte des Landkreises unzertrennlich mit der Vertreibung von Deutschen während und nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Bedauerlicherweise gerät dieser Teil der Geschichte in Vergessenheit. So ist heute kaum noch bekannt, daß auch im Kreis Bautzen Auffanglager errichtet wurden, um der Flut von Vertriebenen wenigstens vorübergehend eine Bleibe bieten zu können. Eines dieser Lager befand sich in Bischofswerda an der Putzkauer Straße. Hier wurden nach Kriegsende mehr als 50 000 Flüchtlinge und Vertriebene, vorwiegend aus Böhmen und Schlesien, untergebracht und von hier aus in der SBZ und später in der DDR angesiedelt. Bischofswerda stand für diese Menschen am Anfang für ein neues Leben, welches sie sich fern ihrer Heimat aufbauen mußten. Dem Lebensweg dieser Menschen, der so einzigartig mit der Stadt Bischofswerda und dem Kreis Bautzen verwoben ist, soll durch die Errichtung eines Gedenksteines gedacht werden. Zugleich wird aber auch der Vergessenheit eines bedeutenden Teils der Geschichte des Kreises entgegengetreten. Die Enso AG hatte bereits im Vorfeld auf Anfrage signalisiert, daß sie die Errichtung eines Gedenksteines auf ihrem Grundstück „Neustädter Straße Ecke Putzkauer Straße“ (Flurstücksnummer: 1726) keinesfalls kategorisch ablehne und eine Zustimmung selbstverständlich von den eingebrachten Vorschlägen hinsichtlich der Gestaltung des konkreten Stellplatzes sowie hinsichtlich der Nutzungsbedingungen abhängig mache. Es ist daher angebracht und aussichtsreich, daß der Landrat mit der ENSO Energie Sachsen Ost AG diesbezüglich in Verhandlungen tritt.
Samstag, 21.03.09 13:03
Großartig, weiter so Herr Nitzsche!
Mit ihrem Antrag zeigen sie Einsatz für die zahlreichen Vertriebenen-Opfer.
Meine Großeltern wurden selbst vertrieben - ohne Geld, ohne Wertsachen und jeder mit nur einem kleinen Köfferchen Wäsche. Hier hat sie dann jemand in einem Dachboden wohnen lassen.
Aber wenn es nach der PDS geht, dürfte ja nicht einmal in Berlin ein Vertriebenen-Zentrum stehen.
Ich hoffe, dass ihr Antrag "durch" kommt.
Mittwoch, 11.03.09 17:50
Bravo !
Leider sind Sie der LETZTE aufrechte MdB, der noch DEUTSCHE Interessen vertritt !
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